Nördliche Kornaten

Petrčane – Dugi Otok – Levrnaka – retour

Wunderbare Tour mit tollen Eindrücken und längeren Querungen

Petrčane – Veli Rat

Eine gute Startposition ist immer wichtig. Bei Zadar hat sich für diese Tour Petrčane empfohlen: hier gibt einen recht kleinen Zeltplatz mit einem nur 25 Meter entfernten Slipper. Nahezu ideal. 

Das Auto kann man hier aber leider nicht stehen lassen, man muss in der Ortschaft dann einen Platz des Vertrauens finden. 

beste Bedingungen
Rast, Nordspitze Sestrunj

Wir starteten jedenfalls mit Kurs auf die Nordspitze von Sestrunj. Etwa 18 km über freies Wasser. Bei leichtem Wind, Tidenstrom und der wenn auch nur geringen Ungenauigkeit des Bootskompasses hatten wir dann mit Sichtkontakt nach etwa 10 km den Kurs spürbar nach Backbord korrigieren müssen. Dann hat es aber gepasst. Um die Mittagszeit hat sich dann der Seewind angehoben was zur netten Erfrischung beigetragen hat. 

Zum Campingplatz von Veli Rat sind wir quasi “von hinten” über die große Bucht angefahren. Hier gibt es eine Mole, die eine Art kleinen Hafen schützt. Nach einigen hundert Metern Bootswagenfahrt erreichen wir dann den Kargita Camp, den Platz, sehr schön, mit guter Kneipe und Supermarkt. Man könnte auch mehrere Tage hierbleiben. Nettes “Land’s end feeling”.

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Veli Rat – Biwak Dugi Otok (Außenseite)

Leuchtturm Veli Rat

Für heute sind Gewitter und Sturmböen vorhergesagt, Die Sonne hat sich noch hinter einer 7/8 Schichtquellbewölkung versteckt. Es ist noch morgens und der Wind bewegt sich um 2 Bft, ab und zu reißt es auf und wir haben eine recht nette Fahrt. Immer die jeweils letzte Bucht im Kopf, schnellstmöglich abzuwettern, sollte das Wetter drehen und dies kann hier innerhalb von 10 min passieren.  

Nach einer netten Pause ist es dann soweit: blitzartig geht es los, kräftiger Wind. Überall weiße Kronen, kräftiger Regen, Donner, … also “runter vom Acker”! Eine sehr nette Bucht nimmt uns auf, kleines Vesper, Beobachten der See, abgammeln. Nach einiger Zeit war das Schlimmste durch und wir entschieden. weiterzufahren. Wir wollten uns für die nächste Etappe in eine gute Ausgangsposition bringen, die letzte Bucht:

Morgen stehen 15 km Steilküste auf dem Programm, das kann bei unangenehmem Wetter mit der Klapotis wesentlich haariger werden, als die offene See… 

Wir liefen ein, zogen die Boote hoch auf den Strand und bauten unsere Zelte auf. Unser feucht-fröhlicher Abend wurde leider durch massive Regenschauer verwässert. Sehr schön war es trotzdem. 

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Abwettern Biwak Bucht

Wir hatten kein Internet, mussten uns also auf den Wetterbericht von vor mehr als 24 Stunden verlassen. Angenehme See und erst ab Mittag waren ca. 18 Kn Wind vorhersagt. Das war aber leider falsch. 

Beim Frühstück strich der Blick über die See: überall weiße Kappen und kräftig gewellter Horizont. Wir packten unsere Boote und öegten ab… haha, Blickkontakt war schwierig bei der Wellenhöhe und wenn sich einer unserer Dreiergruppe nicht fit genug fühlte: auf Nummer Sicher gehen und schön in unserer Bucht abwettern… 

Der Herrscher des Mittelmeeres, der Maestral (Mistral) greift ins Wasser. Er läuft frisch entlang der Dugi Otok von NW kommend in unser Richtung. Mit diesem Rückenwind ginge es wahrscheinlich, aber nur wenn alle fähig, fit, wach etc sind… 

auf dem Weg zum Wetterbericht

Somit ein wunderschöner Tag Dolce Farniente! … nur: kein Handynetz für den neuesten Wetterbericht, also: Klettern. Aus der Bucht komm man nur per Boot. Einen Weg gibt es nicht. Wir kletterten über den scharfen Karst, durch die harte Macchia auf knappe 150 Meter Höhe, bis wir endlich minimalen Empfang hatten. Blutig, aber froh kamen wir zwei Stunden später wieder bei unserem Lager an.

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Biwak Dugi Otok – Levrnaka

Aus Misstrauen gegenüber dem Wetterbericht starten wir um 5 Uhr morgens: nur ein leichtes Lüftchen und die alte See vom Vortag und der Nacht – eine Fahrt wie in Abrahams Schoß. 

sehr früh

Die im Osten aufgehende Sonne blendete uns dann leider so sehr, dass wir die tolle Steilküste des Telašćica -Nationalparks gar nicht richtig sehen und bewundern konnten. 

Kurz vor Ende der Dugi Otok kommt dann ein sehr netter Strand. Die erste Anlande- bzw. Abwetter-Möglichkeit seit unserem Biwak. Wie gleiten vorbei an diversen Inselchen und freuten uns auf unsere offizielle Camping-Insel Levrnaka mit netter Kneipe. Wir lernten sie schon früher kennen und schätzen!

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Levrnaka – Fort Tureta, Mana

Letztes Jahr bereits hatten wir die Ruinen auf Mana besichtigt. Dieses Mal wollte wir das näher gelegene Fort Tureta mit der kleinen Kapelle besichtigen und an der äußeren Steilküste von Mana vorbeischauen. 

Fort Tureta

Und es war sensationell! Das Fort Tureta bietet wunderbare Ausblicke. Wenngleich kein klarer Pfad hinaufführt, lohnt es sich in jedem Fall. 

Von dort sollte man dann unbedingt die Außenseite von Mana besichtigen, wenn Wind und Welle es zulassen. Dann wird man mit grandiosen Blicken und Perspektiven belohnt: Felswände und oben thront die alte Ruinenstadt. 

Mana

Auf Levrnaka treffen wir ein sehr nettes Geologen Ehepaar aus Slowenien. Es gibt hier eine slowenische Clique, die teilweise schon seit 40 Jahren auf den extrem urigen Platz fährt. (mit extrem wenig Wasser aus der Zisterne) 

Levrnaka

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Levrnaka – Biwak Otok Iž

Leider müssen wir “unsere” Insel und die netten Zeltnachbarn aus Ljubljana verlassen. Bei ruhiger See starten wir vom Strand und ziehen an der Außenseite der Inseln vorbei. Noch einmal traumhafte Eindrücke, wir biegen ab Richtung Otok Katina, um den nördlichen Durchlass zu nehmen. Die nette Konoba Aquarius hat um 9:00 morgens unser erstes kühles Bier parat und – trotz Kornaten – zu vernünftigen Preisen. 

Konoba Aquarius

Nach der Erfrischung halten wir dann Kurs nach zur Insel Iž. Bei der Vorbereitung der Tour war schon klar, dass es auf der von uns gewählten westlichen Seite schwierig werden würde, einen Biwak Platz zu finden. Schließlich waren wir aber glücklich und fanden einen Traumplatz mit Meerjungfrau. Ein kleiner, liebevoll gestalteter Hafen. Einfach schön. Kurz vorher wäre auch ein kleiner Fischerhafen gelegen, der vielleicht gepasst hätte 


Tolle Stimmung, der frische Wind legte sich am Abend und wir schliefen unter freiem Himmel. 

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Otok Iž – Petrčane

Wie üblich, ohne Spuren zu hinterlassen, verließen wir unseren Platz, um die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Morgendliches spiegelglattes Wasser, vorbei an riesigen Aquakulturen und Siedlungen machten wir unseren vormittäglichen Halt in Mulin an der Nordspitze von Ugljan.  Es war schwierig, eine offene Kneipe zu finden, doch wir wurden im besten Hotel auf der Terrasse doch fündig. 

Maniküre

Die letzte Querung mit etwa 9 km lag vor uns, dieses Mal schwierig, ich hatte im Vorfeld versäumt, den exakten Steuerkurs zu ermitteln und in die Karte einzutragen. Also: grobe Gradeinteilung und Orientierung an Landmarken… nach ein paar Grad hin und her, was schließlich eine Fehlweisung von ein paar Kilometer bedeuten könnte, haben wir schließlich zielsicher wieder unseren Zeltplatz gefunden.