Seekajak-Tour Sardinien Mai 2006, von Olbia nach Arbatax

Christian Bährisch Beppo, Manfred Kachler Lumpi , Kanuverein Nürnberg e.V. 

 

 

 

above satellite photograph copyright protected by NASA (National Aeronautics and Space Administration) http:\\worldwind.arc.nasa.gov

Wir ließen unser Auto in Genua auf einem offiziellen Parkplatz am Hafen zurück. Und es war nach 9 Tagen auch noch da ! Aber Achtung: wir sind an einem Sonntag morgen wieder zurückgekommen und alle (überdachten) Parkgaragen waren noch geschlossen....

Als Fähre kommt TIRRENIA in Betracht, die anderen haben Arbatax nicht angefahren. An Bord tiptop. Lediglich das Restaurant-Erlebnis wurde durch Inkompetenz des Personals geschmälert.


1. Etappe, Samstag: Olbia - Porto Taverna

Einsetzen ist in Olbia kein großes Problem, nach ein paar hundert Metern war nach der Capitanerie von Olbia links ein flacher Sandstrand. Ruhig ging's 'raus, wegen heftigem Fährverkehr hielten wir uns am Fahrrinnenrand. Nach etwa 13 km Ost drehten wir nach Süd: Gnadenloser Gegenwind, 5 Bft., kurze, steile Windsee, echte Arbeit, patsch nass. Die geplante Etappe zum Aufwärmen wird dann doch knackig. Allerdings nimmt die Schönheit der Landschaft schnell zu.


2. Etappe, Sonntag: Porto Taverna - Budoni (Biwak)

Wunderschöner Start, durch die Inseln, um kleine Kaps, doch der Wind kam ziemlich früh wieder und drehte von achtern auf frontal. Nicht mehr so stark, weniger. 3-4 Bft. Die Strände werden schöner, die Einsamkeit nimmt zu. Bei Budoni finden wir einen kleinen Strand zum Biwak. Es gab zwar Mücken, die stachen aber nicht.


3. Etappe, Montag: Budoni - La Caletta - Cala Liberotto

Wind kam von achtern und ward weniger, in La Caletta gibt es einen Hafen mit der passenden Infra-Struktur: 66cl Bier für EUR 2,- gutes Essen usw.…  Im weiteren Verlauf, wieder Windsee, hat Beppo seine Fußstütze durch getreten: ein echtes Problem, bei Wind und Wellen ohne Steuer ist es praktisch nicht möglich richtig Strecke zu machen. Die einsamen, blütenweißen Strände entschädigten hervorragend. Auf dem Zeltplatz in Cala Liberotto gab es auch das passende Werkzeug zur Reparatur, für so einen Kapitalschaden hatten wir nicht alles dabei. Klartext: die Fußstützenbefestigung im Robbe von Neumann ist eine Katastrophe!! Man kommst schlicht weg nicht hin!!

 



4. Etappe, Dienstag, Cala Liberotto - Strand von Orosei - Cala Gonone
 

Start bei Rückenwind. Der Strand von Orosei ist der nächste Knaller: 15 km blütenweißer Sand und feiner Kies, keiner da. De Wind dreht später auf Süd. Mit Gegenstrom! Gegenwind! kurze steile Windsee, letzten 5 km: 4 Bft, vor Cala Gonone 0,5 m Kappelwasser auf 5 km Steilküste, da waren wir auch froh, wie es vorbei war. Das Dorf: voller Nepp in der Hafengegend aber schön.


5. Etappe, Mittwoch: Cala Gonone - Biwak-Strand im Naturschutzgebiet
 

Nun kommen die beiden Königsetappen. Die Natur ist schlichtweg traumhaft, abwechselnd einige Kilometer Steilküste, dazwischen traumhafte Strände, im Sommer wahrscheinlich tierisch überlaufen. Leider hat Beppo eine gnadenlose Allergie mit erschwerter Atmung durch Schwellung und Fieber bekommen. Diclofenac75 hat zur Not immerhin die Schwellungen und Schmerzen gelindert, was anderes hatten wir dafür nicht dabei. Dort, wo wir halten mussten hatten wir unser schönstes Biwak überhaupt


6. Etappe, Donnerstag: Biwak-Strand - Pancau - Arbatax - Pancau
 

Ab unserem Biwak kam noch ein Strand, dann gute 15 km senkrechter Fels mit Unterspülungen. Es schreiben ja viele von Steilküsten, wo man nicht rauskommt - wie ich dann dort war, gab es immer was. Hier aber geht echt nichts, da ersäufst Du eher in den Unterspülungen. Ab dem Capo Monte Santo hatten wir dann eine traumhafte Dünung. Bevor wir den Zeltplatz in Pancau anliefen haben wir im Hafen von Ogliastro noch ein paar Bier probiert. Am gleichen Tag noch kauften wir das Ticket nach Genua in Arbatax, um die Fähre zu sichern.
Der Küstenwanderreferent des DKV hatte mir einmal gesagt, dass wir an solchen Küsten keinen Kompass benötigten. Die Bucht von Arbatax hat gut fünf bis sechs Kilometer. Wir fuhren 40 Minuten streng 160° - ... bei Seenebel mit einer Sichtweite von vielleicht 50 m. Vor Korsika habe ich so etwas schon öfters erlebt. Der Referent hat sicher von der Nordsee Ahnung. Er hat auch einmal empfohlen, 20 l Wasser mit zunehmen... soviel nehmen wir höchstens als Bier mit.


7. Tag: Freitag: Ruhe, Spazieren, Joggen

 

8. Tag: Samstag: kurze Überfahrt in den Fährhafen, eine traumhafte Dünung von gut einem Meter, vielleicht etwas mehr, wie in Abrahams Schoß

 

Rund herum: eine "saugeile" Tour. Sicher begünstigt, dass es erst der absolute Saison-Anfang war und wir praktisch die Einsamkeit gebucht hatten - außer in Cala Gonone. Mitte Mai ist das Wetter auch ein Traum, v.a. nicht zu heiß. Das Wasser hatte laut DWD 20°C, also ideal.

Im Winter seien Nord-Süd-Strömungen und und im Sommer Süd-Nord-Strömungen typisch an den Küsten hier. Wir hatten jedenfalls mehrfach das glasklare Empfinden, gegen die Strömung zu paddeln.

Im Mittel fuhren wir insgesamt knappe 40 km am Tag. Mit Wind, Wellen, Strömung und voll beladenen Booten ganz gut, wobei vom Fahrverhalten und Schnelligkeit der Robbe von Neumann und der Barracuda von Prijon ohnehin ein Gedicht sind.

 

Allgemein:

  • Strände traumhaft

  • Natur pur

  • Bier: Ichnusa, 66 cl für € 2,- bis € 2,50 !

  • Wein: gut und günstig

  • Der Norden hat sich wiederum als sehr windig herausgestellt.

  • In Cala Gonone tendenziell Nepp

 


lmp

 

Weitere Seekajak-Touren:

Korsika, Calvi - Ajaccio

Kroatien (Kvarner), Rijeka -> Zadar

Sardinien, Olbia - Arbatax    (Ladezeit: viele Bilder)

Follonica - Elba

Ligurien, Genua - La Spezia

Banc d'Arguin / Bassin d'Arcachon

                                                        Ì

Ì

above satellite photograph copyright protected by NASA (National Aeronautics and Space Administration) http:\\worldwind.arc.nasa.gov

     Korsische Lebensmittel und Spezialitäten