Seekajaktouren

Westkorsische Küste, Calvi-Ajaccio, Mai 2004              klick here

Seekajak-Tour

all below satellite photographs copyright protected by NASA (National Aeronautics and Space Administration) http:\\worldwind.arc.nasa.gov

 

 

Etappen:

- Calvi - Galéria

- Galéria - Porto

- Porto - Arone-Strand

- Arone-Strand  - Liamone-Strand (Sagone)

- Liamone – Ajaccio (Rte.des Sanguinaires)

- Route des Sanguinaires - Ajaccio

 

- Fazit

- Praktisches

 

Frauen, Kinder und Hunde durften zuhause bleiben; wir machten uns am Abend des  14. Mai mit der Luxuslimousine der Familie Bährisch auf gen. Korsika. Plan war, das Auto am Hafen von Nizza stehen zu lassen und nur mit den Booten an der Hand die Fähre nach Calvi zu nehmen. Nach einigen Etappen an der korsischen Westküste dann wieder von Ajaccio mit der Fähre zum Auto zurück.

 

Wir hatten Glück, denn in der Vorwoche war das Meer noch aufgewühlt mit mehreren Meter-Wellen. Doch nun schien die Sonne und wir hatten eine wunderschöne Überfahrt und konnten den Zeltplatz in Calvi aufsuchen. Es war noch nicht viel los, nur Wanderer strebten in die noch schneebedeckten Berge.

 

 

 

Sonntag, 16.Mai, Calvi - Galéria

 

Am Sonntag war die Etappe Calvi – Galéria auf dem Plan. Bei einer leichten Brise fuhren wir vom blendweißen Sandstrand über die Bucht von Calvi Richtung Punta di Revellata. Im Hintergrund schneebedecktes, wunderschönes Hochgebirge. Kaum draußen jedoch, erfuhren wir, warum diese Ecke so bekannt war: kurze steile Windsee, 4er Windstärken und 5er Böen von der Seite gestalteten die ersten paar Kilometer ungemütlich und salzig. Wir freuten uns zwar auf der 40 km langen Strecke über eine wunderschöne, menschenleere Steilküste. Der Wind nahm mit der Sonneneinstrahlung bis Nachmittag jedoch zu, wir kamen ziemlich ausgearbeitet mit unseren schwer beladenen Booten im Hafen von Galéria an und schlugen unser Zelt auf dem nahen Zeltplatz auf. Die Kneipe im Ort machte ein gutes Geschäft mit uns.

 

     Strand und Bucht von Calvi mit Blick auf die Zitadelle

 

Montag, 17.Mai, Galéria - Porto

 

     Kleine Bucht zwischen der Scandola und Porto

 

Am nächsten Tag sollte von der ursprünglichen Schönheit die Königsetappe vor uns liegen: von Galéria nach Porto. Hierbei kommt man durch die Scandola: ein von der UNESCO als Weltnaturerbe klassifiziertes Küstenstück von atemberaubender Schönheit. Steilküsten mit kilometerlangem Nicht-Anlandens-Können.

 

Wir hatten schon im Vorfeld die See-Wetterberichte intensiv studiert, denn in der Vorwoche waren westlich Korsika noch bis zu 4 Meter-Wellen. Ein Hochsee-segelnder Freund hatte mir dazu lakonisch gesagt: an der Küste brauchst Du keine Rettung mehr, sondern nur noch einen, der Dein Hackfleisch abkratzt.

 

Wir trafen zwar genug Vorsorge mit dem Heraussuchen von mehreren Möglichkeiten zum Abwettern, kamen dann aber doch frohen Mutes durch. Leider gab es keine Seeadler zu sehen, die ich früher hier schon nisten beobachten konnte. Wir hatten eine wunderschöne Dünung von etwa einem Meter, so dass es an den Engstellen ganz schön schob. Danach frischte im Golf von Porto der Wind derart auf, dass wir einen Besuch von Girolata – eine Ortschaft, die nur zu Fuß oder vom Wasser erreicht werden kann – leider sein ließen und uns mit nur wenig Blicken für die Landschaft zum Hafen von Porto durchkämpften. Hier standen in der Hafeneinfahrt Wellen, größer als auf der Imster Schlucht oder der Martina-Strecke im Engadin. Nicht einfach mit 60 kg unter dem Hintern. Auch hier erfreuten wir nach etwa 40 km die örtliche Gastronomie und unsere Leber.

 

     Noch nördlich der Scandola, Blick nach Süden

 

 

 

 

 

Dienstag, 18.Mai, Porto - Arone-Strand

 

Eine ruhige Tour sollte es heute werden: von Porto um das Capu Rossu zum Arone-Strand, knappe 30 km. Die 14 Kilometer bis zum Kap führten durch traumhafte

 

     Mittagsrast südlich unterhalb des Capu Rossu

 

Landschaft, wir merkten gar nicht, dass wir einer Strömung entgegen paddelten, dass wir bei ruhigem Wasser für diese Strecke mehr als zwei Stunden brauchten. Es war vermutlich ein Gezeitenstrom. Auch wenn es im Mittelmeer keine großen Gezeiten gibt, das Wasser der Bucht von Porto muss nun einmal hinein und heraus... Das Capu Rossu ragt 400 Meter senkrecht über die Bucht. Um das Kap und durch die Felsen fuhren wir wie durch eine riesige Kathedrale, unglaublich.

 

     Bucht von Arone von der Terrasse des Restaurants Casa Bianca

 

Wir suchten uns eine passende Bucht, um das Kap zu besteigen. Ich kannte zwar die Wege durch die Macchia von einer Vielzahl früherer Wanderungen, vom Wasser war jedoch schlichtweg kein Durchkommen. Also machten wir uns wieder nach einer schönen Pause auf, den Strand von Arone anzufahren. Heute kochten wir selbst, was unsere Restaurationskosten an diesem Abend immerhin um etwa 20% verringerte.

 

 

Mittwoch, 19.Mai, Arone-Strand  - Liamone-Strand (Sagone)  

 

     Morgendlicher Start vom Arone Strand, Ri SW

 

Glattes Wasser, schöne Buchten, wir konnten wieder Fotos auf See machen, ohne Angst zu haben, den Apparat mit Salzwasser zu ruinieren. Im Hintergrund ragte noch einmal das Capu Rossu über das Meer. Zum knapp 40 km entfernten Liamone-Strand sollte es heute gehen.

 

     Südlich des Capu Rossu, Blick Ri. N

 

Die wilde unberührte Steilküste zog sich für heute etwas zurück, wir fuhren von einem Kap zum anderen und so weiter über die Bucht von Sagone zum Zeltplatz U Sommalu. Bestes Wetter, nachmittags aufkommender Wind. An diesem Abend haben wir Ragout aux Poissons mit Pâtes nach eigenem Rezept ( :-)) gekocht. Es war ganz nett, Achmed, der Marokkanische Zeltplatzhausmeister, den ich schon vor fast 20 Jahren kennen gelernt hatte, hat verschiedene Ären des Campingplatzdaseins und -wirte überlebt und war immer noch da. 

 

     Die große Bucht von Sagone, Blick Ri. SSW

 

 

Donnerstag, 20. Mai, Liamone – Ajaccio (Route des Sanguinaires)

 

     Liamone Strand

 

Mit weit über 40 km führt die längste unserer Etappen an diesem Vatertag über die Bucht von Sagone, den Lava-Golf, das Capo di Feno, den Iles Sanguinaires bis zu einem Zeltplatz bei Ajaccio.

 

Die Küsten-Macchia war auch hier durch den schlechten Frühling noch kräftig grün, wir zogen über tief blaues Wasser unsere Bahn und genossen noch die Menschenleere. Nach dem Mittagessen am Capo di Feno kam wieder der „Schönwetter-Wind“ vor den îles Sanguinaires, der die sonst so schöne lange Dünung vergessen ließ. Mit 4 bis 5 Windstärken presste er auf das Kap. Wir schätzten die Winddrift falsch ein und hatten für mehr als einen Kilometer dann mit Halb-Meter hohem Kappelwasser zu kämpfen. Bis wir eine Durchfahrt zwischen zwei der Inseln hinter uns gebracht haben. Auf unseren letzten 10 km kamen die Wellen von schräg achtern jedoch und sehr starke Fallwinde von backbord. Doch Schock kam erst noch: es war Feiertag und halb Ajaccio bevölkerte die Strände hier. Aus der Einsamkeit in die Masse. Krass. Immerhin konnten wir uns bei den Badenden auf dümpelnden Yachten erkundigen, wo sich unser Zeltplatz versteckte. Diesen wunderschönen Christi Himmelfahrtstag beschlossen wir mit einem angemessenen Vatertags-Essen.

 

 

Freitag, 21.Mai, Route des Sanguinaires - Ajaccio

 

Die Fähre von Ajaccio nach Nizza sollte mittags gehen: rechtzeitig fuhren wir die letzten 10 km unserer Tour in den Hafen von Ajaccio, um noch ein kräftiges Frühstück ein zu nehmen, das sollte für die lange Heimfahrt reichen.

 

     Frühstück im Hafen vom AJA

 

 

Fazit: Noch mal

 

Eine Tour, die man sicher noch einmal fahren möchte. Die Etappen sind ausreichend lange und variabel genug, um auch bei schlechtem Wetter nicht auf falsche Gedanken zu kommen, und gegebenenfalls umzudisponieren. Tatsächlich ist diese Küste nur für ausdauernde Paddler geeignet. Die Landschaft ist unglaublich.

 

Wir kaufen uns endlich Bootswagen mit richtig dicken Reifen. Das Bootschleppen über den weichen Sand ist selbst im Rückblick eine Plackerei. Ein wasserdichter Fotoapparat ist hilfreich.

 

 

Praktisches

 

Die Anreise nur mit dem Seekajak an der Hand auf dem Schiff ist einerseits ideal, kann andererseits problematisch sein: wenn die Fähre zurück nicht fährt. Da man ja wieder genau den Transfer zum geparkten Auto braucht. Der Fährplan ist tatsächlich nicht verbindlich. Bei technischen Problemen fährt das Schiff nicht. Im Falle geringer Passagierzahlen kann durchaus ein Defekt auftreten - auch mehrere Tage in Folge.

 

Die beste Reisezeit ist Frühjahr bis Ende Juni, dann September bis Oktober. Von Juli bis August ist die Insel und das Wasser voll mit urlaubenden Franzosen u.ä. Im Frühjahr ist das Wasser noch etwas kalt und einige Zeltplätze haben noch nicht offen. Egal wann man fährt, Sonnenschutz ist stets notwendig...klar.

 

Es gibt auf der gepaddelten Strecke ohnehin fast keinen Zeltplatz direkt am Wasser. Weiter als einen halben Kilometer ist es aber i.d.R. nicht. Vorher informieren und einen Bootswagen mit breiten Reifen mitnehmen.

 

Vor allem die Strecken von Calvi bis Porto oder bis zur Bucht von Chiuni sind gekennzeichnet durch wenig Zivilisation mit allen Konsequenzen. Nord-östlich der Scandola gibt es die "Marina d'Elbo" hier kann man abwettern, da gibt es auch eine Hütte. Bei schnell aufkommendem schlechten Wetter ist dies wichtig, da es wegen der Steilküsten davor und danach kein Auskommen gibt. Sehr empfehlenswert sind die detaillierten IGN-Karten.

 

 

Richtig gut wäre es sicher, von Piombino-Elba über die Capraische Inseln nach Korsika über zu setzen und dann um das Cap Corse die Westküste in Angriff zunehmen, so wie es viele See-Kayaker bis hinunter nach Bonifacio-Sardinien machen, aber da braucht man mehr Urlaub. Ein sehr interessanter Link zu diesem Thema führt zu einer französische Tourenbeschreibung von 2003 Italien - Korsika - Sardinien - Tunesien mit vielen Bildern, ausführlichem Bericht etc. (http://kayak.nomade.free.fr/index.htm). Auch wenn diese Paddler mit der Sicherheit nicht so ernst nahmen.

 

Mehr Info:

Paddelrevierinfo West-Korsika

 LMP

   

Cargèse Sound System   Cargèse Sound System Festival: Le festival rock-electro avec vue sur la mer

     Korsische Lebensmittel und Spezialitäten


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fuer weitere Fragen senden Sie eine eMail an   s  @  kachler  .  net  (Freizeichen in der Adresse weglassen)

einige Ressourcen zum Paddeln: www.corriger.de

 

 

 

 

Konzeption und technische Realisierung: intwerb.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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