Seekajak-Tour an der Ligurischen Küste, Genua - La Spezia
Mai 2003

Christian Bährisch / Beppo, Manfred Kachler / Lumpi, Kanuverein Nürnberg 

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Strecke von Genua nach Lerici / La Spezia (2003)

Azzurro....." singen wir gemeinsam mit Celentano. Es ist Samstag, der 24. Mai und wir sind auf der Autobahn kurz vor Genua. Unser Ziel ist der Küstenabschnitt an der italienischen Riviera, der sich rund 110 km Luftlinie von Genua bis La Spezia erstreckt. Schon im letzten September haben wir beide uns für diese Fahrt, unsere erste Gepäcktour auf dem Meer, verabredet. Nach gewissenhafter Planung und Vorbereitung, zu der auch eine Verladeübung der gesamten Ausrüstung gehörte, geht es endlich los. Das Wetter ist prächtig und das Wasser hat bereits Badetemperatur. Eine wichtige Voraussetzung für unser Vorhaben, denn in dieser Region des Mittelmeers verschwinden jedes Jahr ein paar Segeljachten im Sturm. 


vor Portofino (Tour 2008)


von Portofino Ri Chiavari (Tour 2008)
 


von Chiavari Ri Portofino (Tour 2008)


Sestri Levante (Tour 2008)
 

Wir übernachten in Bogliasco, einem Ort kurz unterhalb von Genua und setzen im kleinen Fischerhafen unsere Boote ins Wasser. Das Meer ist trotz der Nähe eines der großen Mittelmeerhäfen türkisgrün und glasklar. Direkt nach der Hafenausfahrt beginnt die Steilküste. Die Bilder aus Berichten, die uns hierher gelockt haben, können die Schönheit der Kulisse nur unvollkommen wiedergeben. Dabei führt unsere erste Etappe über 50km bis Sestri noch am bewohnten Küstenabschnitt entlang. Weiter im Süden werden wir dann am Naturschutzgebiet von Cinque Terre entlang paddeln.

Bei leichtem Wellengang überqueren wir die Bucht von Portofino. Es ist Sonntag und entsprechend viel Ausflugsverkehr unterwegs. Segeljachten der 20m Klasse kreuzen unseren Kurs und winken freundlich. Soweit draußen begegnet man offenbar sehr selten Kajakfahrern. Nach sieben Stunden reiner Fahrtzeit, unterbrochen nur durch kurze Pausen zur Verpflegung, erreichen wir unser erstes Etappenziel, einen Zeltplatz oberhalb des kleinen Schutzhafens von Moneglia bei Sestri Levante. Oberhalb ist wörtlich zu nehmen, denn der Zeltplatz besteht aus übereinander liegenden Terrassen von jeweils etwa fünf Metern Breite. Wir dürfen unsere schweren Boote über eine steile Hühnerleiter auf die erste Etage schleppen und schlafen dann direkt über der Brandung. 


Hafen von Bogliasco


Moneglia über der Brandung

Am nächsten Morgen beim Start ereilt mich dann ein Missgeschick. Damit die Welle mich nicht mitsamt Boot auf die Steine wirft, versuche ich mich abzustützen und verstauche mir dabei die Hand. Der mit Verletzungen erfahrene Massenvater Lumpi legt mir einen stützenden Verband an, so daß ich zunächst weiterfahren kann.

Jetzt wird die Küste richtig einsam. Der Wellengang ist heute höher und wir müssen uns gut freihalten von der Brandung. Hier könnte nicht einmal ein Schwimmer anlanden. Besonders an den Kaps drückt und presst das Wasser aus allen Richtungen auf unsere schwer beladenen Boote. Doch die beiden Eskis ziehen unbeeindruckt ihre Bahn. Nach drei Stunden schwerer Arbeit laufen wir in die malerische Bucht des historischen Orts Levanto ein. Wir beschließen die heutige Etappe hier zu beenden. Vor uns liegen noch gute 40km unnahbare Küste des Kerngebiets von Cinque Terre, die wir am besten in einem Zug zurücklegen.

 

 


Tour 2008


Manarola, Moneglia, Tour 2008


Monterosso al.M. (Tour 2008)


Nach rauer See im Hafen von Levanto (Tour 2008)

 

Am nächsten Morgen schieben wir unsere Bootswägen vom Zeltplatz zurück an den Strand. Obwohl es nahezu windstill ist, schlagen höhere Wellen an den Badestrand als gestern. Verdächtig kommt uns vor, dass wir nicht einmal ein Fischerboot draußen sehen. Doch wir lassen uns nicht beirren. Als wir die Hafenausfahrt passieren, verstehen wir die Fischer. Die Wellen sind mindestens zwei Meter hoch. Mein Partner vor mir ist in der Dünung nicht mehr zu sehen. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Die Wetterlage ist unklar. Wir drehen um und sind erleichtert als wir wieder im sicheren Hafen sind. Zurück am Zeltplatz lacht der freundliche Herr an der Rezeption. Wir erfahren, dass tags zuvor bei Korsika ein Sturm getobt hat, dessen Ausläufer uns die unruhige See beschert haben. Wir machen das Beste aus der Situation und verbringen den Tag mit einer herrlichen Wanderung im Naturschutzgebiet.

Costa del Semaforo

Lerici vs. Portovenere

Es ist Mittwoch und wir nehmen die dritte Etappe unserer Reise in Angriff. Das Meer hat sich beruhigt. Die Sonne sticht und verspricht für den Nachmittag Wärmegewitter. Jetzt kommt der landschaftliche Höhepunkt der Tour. Bizarre kleine Dörfer hängen wie Vogelnester hoch oben in den Felsen. Wir genießen die herrliche Aussicht und kommen gut voran. Als wir am frühen Nachmittag die alten Festungsanlagen von Portovenere umrunden, brauen sich aus drei Himmelsrichtungen Gewitter zusammen. Wir erhöhen das Tempo. Geradeaus vor uns, auf der anderen Seite der Bucht von La Spezia liegt Lerici. Dort müssen wir hin, denn unsere Karte verspricht, dass es einen Zeltplatz gibt.

Bei einem Bier in der Hafenbar erhalten wir die Auskunft, dass der Zeltplatz zwar nur 500m Luftlinie von hier auf dem Berg ist, der Weg dorthin aber 4km beträgt. So ziehen wir also mit unseren Bootswägen los. Als wir ankommen stellt sich heraus, dass der Zeltplatz leider erst am nächsten Wochenende eröffnet wird. Da wir nicht am Straßenrand campieren wollen, entscheiden wir uns für ein freundliches kleines Hotel, das unweit entfernt liegt.

 

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um das Auto aus Bogliasco nachzuholen. Ursprünglich wollten wir noch paddeln, aber meine inzwischen dick geschwollene Hand macht dies unmöglich. Nach einer wahren Odyssee, die wir einer schlechten Wanderkarte verdanken, fahren wir mit der "U-Bahn" ( 90% der Strecke verlaufen in Tunnels ) zurück zum Ausgangspunkt. Lumpis Truppentransporter ist noch da und wir können die Heimreise antreten.

Fazit:
Eine trotz kleiner Widrigkeiten gelungene Seekajaktour an einer der schönsten Küsten des Mittelmeers. Zur Nachahmung für Leute, die gerne Strecke fahren, ausdrücklich empfohlen. Unsere besondere Würdigung gebührt dem Kompass – Verlag für absolut unbrauchbare Wanderkarten, sowie Frau Ulla K., die uns den wertvollen Tipp geben wollte, die Bootswägen zu Hause zu lassen.

CB (LMP)

 

 

Weitere Seekajak-Touren:

Korsika, Calvi - Ajaccio

Kroatien (Kvarner), Rijeka -> Zadar

Sardinien, Olbia - Arbatax    (Ladezeit: viele Bilder)

Follonica - Elba

Ligurien, Genua - La Spezia

Banc d'Arguin / Bassin d'Arcachon

                                                          Ì

    Ì


 

 

 

Etappen 2003:

 


Bogliasco - Moneglia

 


Moneglia - Levanto
 

Levanto - Levanto
 


 

Levanto - Lerici
 

 

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