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Manfred Kachler Lumpi, Christian Bährisch Beppo, Kanuverein
Nürnberg
all below satellite photographs copyright protected by NASA (National Aeronautics and Space Administration) http:\\worldwind.arc.nasa.gov
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Praktisches:
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Plan war also, am Samstag nach Rijeka zu fahren, das Auto (bewacht) am Hafen stehen zu lassen, und dann die Woche entlang der Inseln nach Zadar zu paddeln, um mit der Fähre zum Hafen zurück zu fahren.
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1. Etappe, Sonntag, 19.06.05: Matulij/Prelok, bei Opatja - Bucht bei Cres, 50 km |
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Los ging es: dies Zeltplatz bei Matulij kann als Paddelstartpunkt empfohlen
werden: das Auto parkten wir für die Woche dort und das Slippen der schwer
beladenen Boote war ein Gedicht. Rein ins glasklare Wasser und erst mal Kurs
190°. Es war früh und glatt. Sau heiß ist es langsam geworden. Und damit hat
sich auch der Wind gehoben. Stetig, genau von der Seite. Na ja, kein Problem,
trotzdem muss man bei einer steilen, kurzen Windsee von einem halben Meter doch
immer ein Auge darauf haben Weiter ging es, 180°, bis wir uns entschieden, die 6 km Querung nach Cres zu machen. Stehende Mittagshitze an der Stelle, wir machten unweit des Fährhafens Pause in einer unberührten Bucht. Die heutige Etappe wird lang und mit thermischen Winden war zu rechnen : ein ordentlichen Vesper mit Fisch für beide sollte eine gute Grundlage bilden. Wir fuhren dann weiter, um auf den nächsten 3 Kilometern angenehmen Rückenwind zu haben. Die Küste wurde sehr einsam. Zeigte ein Bild, das uns die ganze Woche begleiten sollte: 3 m hoch vom Meer freigelegter Karst, dann die Macchia. Und weiter ging es. Beim Landschaftsbild konnte man die Verwandtschaft zu einer Mondlandschaft nicht verleugnen. Zudem frischten die Fallwinde von Backbord kräftig auf. Es fing an, Kraft zu kosten! Wir fuhren bei eintöniger Landschaft aber wunderschönem (!) Wasser zu. Der Wind wurde stärker. Irgend wie auch interessanter: es traten Wellen auf, die nicht dem aktuellen Wind zuzuordnen waren. Nach einem Kap wurde es klar: wir semmelten volles Rohr in einen granatenharten Wind. Uns war es egal, ob es nur eine lokale Bora war. Tatsächlich mussten wir schnellsten Weges hart unter Land fahren. So etwas, aus heiterem Himmel, hatte ich noch nicht erlebt... Die Segelyachten fuhren ausnahmslos unter Maschine Richtung Hafen von Cres. Allein der Mast und die Takelage der Schiffe führten unter der Windlast zu einer deutlichen Kränkung - und uns wurde klar: 4 km vor der Hafeneinfahrt zu Cres, wir schaffen das nicht. Gegen den Wind war praktisch kein Vorankommen. Ganz einfach. Wir fanden eine wunderschöne Bucht, etwa 7 m breit und vom Strand 5 m tief. Ein Gedicht. Bier hatten wir noch genügend, genauso wie Trinkwasser und alles was man braucht. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass das Biwak richtig gut war. Der Zeltplatz von Cres ist grausam groß! Da hätten wir uns nicht wohl gefühlt.
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2. Etappe, Montag, 20.06.05: Bucht bei Cres - Martinšćica, 35 km |
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Weiter ging es: wir verließen unser Biwak bei glattem Wasser und fuhren nach Cres in die große Bucht. Beim Anblick des riesigen Campingplatzes freuten wir uns über unser zuerst unfreiwilliges Nachlager. So wie wir in den Fischerhafen rein fuhren, sind wir auch wieder raus: außen rum voller Touri-Rummel, nirgends war ein Ort, wo man die Boote hätte festmachen können. Also raus, am Buchtausgang war ein nettes Café, wo wie auch noch kräftig Trinkwasser bunkerten. Bei der 270° Querung der großen Bucht hatten wir das Glück eine Dickschiff-Regatta beobachten zu können. Bei dem üblichen Wind dort war das majestätisch an zu sehen. Nach dem Kap jedoch ereilte mich ein Missgeschick: mein Kamera bekam Salzwasser ab. Das ist der sichere Tod für elektronische Geräte. Na ja, dann halt mit dem Handy weiter fotografieren. Sonst änderte sich nicht viel: traumhaftes Wasser, stärker werdender Nachmittagswind, volle Hitze, knallige Sonne, einsame Buchten, Ruhe. Tatsächlich ermüdet die Hitze und der knackige Seitenwind auf die Dauer aber schon etwas. Nach schönen Pausen fuhren wir dann den Campingplatz von Martinšćica an. Wie in Rijeka schon, hier in der Ortschaft auch: guter Fisch, gutes Bier. |
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3. Etappe, Dienstag, 21.06.05: Martinšćica- Nerezine, 25 km |
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Die heute folgende Etappe war durch Gleichförmigkeit geprägt. Bereits nach wenigen Kilometern Richtung Osor erhob sich wieder der Wind. Durch die Hitze so stark, dass wir bald hart unter Land unseren Kurs wählten, um Schutz zu suchen. In Osor suchten wir vergeblich nach einer Kneipe mit Bier in Hafennähe. Nur Zitronen-Limonade gab es, die war aber vom Feinsten. In Anbetracht der Hitze und des Windes beschlossen wir, nach dem kleinen Kanal, der die Buchten verbindet, den nächsten angenehmen Zeltplatz aufzusuchen: nach kurzer Strecke sahen wir einen Kirchturm. Und der polyglott gebildete Paddler weiß: wo ein Kirchturm ist, ist auch ein Wirtshaus! Und ein schöner Campingplatz dazu. Nerezine heißt das Kaff und ist total nett: gute und günstige Gaststätten und sonst ab Abend ordentlich was los. Auch der Zeltplatz ist total sympathisch. Es finden sich praktische alle neuen EU-Betrittsländer und Ösis, Deutsche, Italiener, praktisch alles. Voll, gute Stimmung, pico bello sauber. Und wunderschöner Schatten unter Laubbäumen. |
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4. Etappe, Mittwoch, 22.06.05: Nezerine - Bucht auf Ilovik, 35 km |
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Nach dem ruhigen Vortag sind wir wieder gestärkt unterwegs. Die Landschaft ist interessanter geworden: wir nähern uns Mali Lošinj. Nach kurzer Zeit erreichen wir - wieder - durch einen kleinen Kanal das Bassin von Mali Lošinj. Eine pittoreske mediterrane Altstadt tut sich auf. An einem belebten, kleinen Industrie-Hafen mit Schwimmdock und allerlei anderem Zeugs halten wir Kurs auf die ersten Sonnenschirme, die flüssige Erfrischung versprachen. Die Wirtin, ihr Vater, seine Enkeltöchter - alle noch oder bereits in bester Qualität hatten zur Folge, dass wir erst viele Bier und zwei hervorragende Seehechte später losmachten und Richtung Ilovik fuhren: Zwischen wunderschönen kleinen Inseln hindurch, an unberührter Natur vorbei, manche Segelyacht überholend hielten wir wechselnden Kurs auf Ilovik. Der Wirt hatte uns eine Bucht mit Sandstrand genannt: ein Geheimtipp, zumal es hier praktisch nur Kies gibt. Als wir um sechs Uhr abends endlich um ein Kap herum auf unseren Strand schauen konnten, sahen wir 13 Yachten dort vor Anker liegen. Das enttäuschte uns schon. Wir landeten am komplett mit Seegras bedeckten strand an und suchten uns mühsam eine Stelle zum Biwakieren. Wir waren uns ziemlich sicher, dass die meisten Boote über nacht wo anders hinfuhren und sei es zum Abendessen in einen Hafen. So war es auch. Nur drei Schiffe blieben da und machten es erträglich. Nachts erlebten wir dann einen blutroten Mondaufgang, der unsere Insel des nächsten Tages beschien, Silba.
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5. Etappe, Donnerstag, 23.06.05: Bucht auf Ilovik - Silba - Heimkehr, 20 km |
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Nach dieser wunderschönen Nacht, einem perfekten Frühstück und mit der von Schnaken zerstochenen Visage meines Sportkameraden Beppos gingen wir um 7 Uhr morgen auf die Überfahrt nach Silba. So früh ist letztlich die gute Alternative, da man in diesen Breiten nicht so richtig sicher ist, was den Wind angeht, trotz scheinbar zuverlässiger Seewettermeldungen des DWD. Spiegel glattes Wasser, ganz leichte Dünung, kein Wind, die Luft stabil geschichtet, es war schlicht weg traumhaft. Wir fuhren und fuhren und sind langsam dem Entschluss näher gekommen, dass wir eigentlich das, was wir sehen wollten, gesehen haben, genug gepaddelt sind und wenn wir jetzt heim fahren würden noch ein ganzes Wochenende mit der Familie haben. OK, auf Silba noch zwei kühle Blonde gekauft und mit der Fähre nach Mali Lošinj, um am nächsten Tag um 6 Uhr mit dem Katamaran nach Rijeka zu fahren. Die Fähre nach Mali jedoch hatte es in sich: ich glaube, unsere kroatischen Freunde haben die Schiffe bereits in den fünfziger Jahren gebraucht bei den Chinesen gekauft. Macht nichts, der Dampfer kommt in seinem zuverlässigen Liniendienst auch an. Mit wunderschönen und abwechslungsreichen Erinnerungen machten wir uns auf den Heimweg: durchs Nachtleben von Mali, mit den Schwierigkeiten, unsere Boote nach Rijeka zu bekommen, auf jeden Fall sicher zurück nach Nürnberg. |
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Lumpi |
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Weitere Seekajak-Touren:
Kroatien (Kvarner), Rijeka -> Zadar
Sardinien, Olbia - Arbatax (Ladezeit: viele Bilder)
Banc d'Arguin / Bassin d'Arcachon
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